natürlich - sinnlich - spirituell
Nächste Ausbildung:
8. - 29. Juni 2012 (auf La Palma)
„Der Weg des Tantra“
(Sahaja Tantra Lehrerausbildung)
Tantra-Wissen
„Das große Ziel des Lebens ist nicht Wissen, sondern Handeln“
( Thomas Henry Huxley )
In diesem Bereich möchte ich allen Tantra - interessierten und begeisterten Menschen,
die Möglichkeit bieten, sich auch online über die einzelnen Bereiche des Sahaja Tantra
- Systems zu informieren und Tantra Schritt für Schritt selbst zu erfahren und zu
erforschen.
Dazu bietet dir dieser Bereich in naher Zukunft eine große Bandbreite an kleinen
und größeren Kursen in Form von Ebook-, Audio-und Video-Anleitungen. Einige davon
werden kostenlos zugänglich sein, für andere wirst du eine Gebühr nach eigenem Ermessen
entrichten.
Wenn du automatisch informiert werden möchtest, sobald die ersten Online-Kurse verfügbar
sind, trage dich einfach in den kostenlosen Sahaja Tantra - Newsletter ein.
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Merkmale der Yoga-Philosophie
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Merkmale der Tantra-Philosophie
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Hohe moralische Forderungen
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Rebellion gegen Moralvorstellungen jeglicher Art
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Disziplin der Selbstbeherrschung
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Disziplin des Sich-Hingebens in den Genuß
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Bewusste Askese, d. h. Abkehr von weltlichen Genüssen
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Bewusstes Erleben und Eintauchen in jeden Aspekt des Lebens
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Verneinende Kontrolle der sexuellen Energie
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Bejahende Kontrolle der sexuellen Energie
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Leitsatz: Kontrolliere dein Leben, dann stellt sich Bewusstheit ein.
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Leitsatz: Bringe Bewusstheit in dein Leben, dann bist du frei.
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Geschichte des Yoga und Tantra
Die Wiege aller Religionen (auch des Christentums) ist Indien. In Indien gibt es
unendlich viele verschiedene religiöse Richtungen und Sekten, die harmonisch nebeneinander
existieren. Die Grundannahme der Menschen dort ist: es gibt eine Göttlichkeit, aber
unendlich viele verschiedene Wege um diese zu erfahren und auszudrücken. Jesus wird
beispielsweise als einer von vielen Propheten angesehen.
- Zwischen 3000 und 1800 vor Christus existiert eine vorarische Induskultur mit Mutterkult.
Diese ist eher afrikanisch und rituell an der Natur orientiert. Das Weibliche mit
seiner fruchtbaren Energie wir betont. Der Begriff „Shaktismus“ von „Shakti“ (der
weibliche Aspekt) wird geprägt.
- Ab 1800 vor Christus wandern die Arier in mehreren Wellen von Westen nach Nordindien
ein. Ihr Glaubenssystem hat eher eine patriarchale Ausrichtung und beinhaltet Reinkarnationsvorstellungen
und das damit verbundene Kastenwesen mit einer Vier-Klassengesellschaft. Die oberste
Klasse stellen die Brahmanen-Priester, die unterste Klasse die sogenannten Unberührbaren.
- Zwischen 1500 und 900 vor Christus entwickelt sich der indische Vedismus und kommt
zur höchsten Blüte. Naturgötter werden verehrt und beopfert, z. B. Agni - das Feuer,
Vayu - der Wind oder Yama - der Totengott. Es werden Opfersprüche und Gebete (Mantras)
benutzt.
- Von etwa 900 bis 300 vor Christus entwickelt sich der Brahmanismus, der den Kreislauf
der Wiedergeburten und das Karma-Gesetz lehrt. Es ist das Gesetz von Ursache und
Wirkung: „Alles was du tust hat Folgen“. Dies wird nicht im Sinne von Bestrafung
verstanden, sondern vielmehr als Lernerfahrung und der Möglichkeit zur Selbstverwirklichung
und Befreiung (Moksha) aus dem Kreislauf. Daraus entstehend entwickelt sich das höchtste
Ziel der indische Religiosität: die Wunschlosigkeit. In jener Zeit entstehen auch
die hochentwickelten Upanishaden-Schriften und damit die Vedanta-Philosophie (Lehre
von der Einheit aller Dinge). Diese sieht das Leben als „göttliches Spiel“ (Leela).
- 560 bis 480 vor Christus war die Zeit von Siddharta Gautama, dem historischen Buddha
(der Erwachte). Dieser lebte als Prinz zuerst den Genuß und den Luxus, danach die
Askese und fand schließlich mit etwa 35 Jahren über den „mittleren Weg“ zur Erleuchtung.
Danach zog er noch 40 Jahre lang umher und lehrte. Er hielt eine Reihe hochintelligenter
Reden und vermittelte viele Meditationstechniken, die zum Erwachen führen.
- Ab 300 vor Christus entwickelt sich der Hinduismus mit seinen vielen verschiedenen
Gottheiten, die jeweils einzeln verehrt werden. Jeder Gott repräsentiert eine spezielle
Eigenschaft des göttlichen Ganzen. Die bekanntesten sind Shiva, Vishnu, Krishna,
Rama, Radhu, Lakshmi, Rudra und Ganesha. Von diesen Göttern gibt es viele Statuen.
- Um das Jahr 0 verfasste Patanjali das Yoga-Sutra (Sutra = Lehrrede). Es lehrt das
klassische Yoga mit dem sogenannten achtgliedrigen Pfad (Ashtangha Yoga oder Raja
Yoga). Hierbei wird ein stufenweiser Entwicklungsweg über die Lebensführung im Alltag
vorgeschlagen. Die acht Stufen heißen: Yama (Verbotsregeln), Niyama (Lebensregeln),
Asana (Körperstellungen), Pranayama (Atemtechniken), Pratyahara (Zurückziehen der
Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung). Yoga
ist damit der Gegensatz zu Vedanta. Während Yoga sagt, dass du von Gott getrennt
bist und wieder eins werden musst, geht Vedanta von der Grundannahme aus, dass du
bereits eins bist mit Gott. Du mußt dies nur erkennen.
- Um das Jahr 200 entsteht die Bhagavad Gita - eine Art Bibel der Inder. In ihr erklärt
der Gott Krishna dem fragenden Helden Arjuna die vier großen Wege zur Befreiung:
Karma Yoga (selbstloses Handeln in der Welt ohne den Ergebnissen verhaftet zu sein),
Bhakti Yoga (Hingabe und rituelle Gottesverehrung mit dem Schlüsselsatz: „Dein Wille
geschehe!“), Jnana Yoga (Selbsterkenntnis mit der Kernfrage „Wer bin ich?“), Raja
Yoga (Weg der Versenkung und Meditation). Krishna empfiehlt jedem, seinen eigenen
Weg unter diesen zu finden. Krishnas Lieblingstier war die Kuh, deshalb wird diese
in Indien heute als heilig angesehen.
- Um 500 entsteht der Tantrismus (oder auch Tantra Yoga), besonders in Nepal, Assam,
Bengalen und Khajuraho. Tantra entsteht als eine Revolution der indischen Geistesweelt
und lehrt die Befreiung durch den Genuß und das Ablegen von Tabus. Es wird Fleisch
und Wein eingenommen, sich auf Friedhöfen und Verbrennungsplätzen getroffen, die
Vereinigung mit „Unreinen“ anderer Kasten vollzogen und der menschliche Körpers als
Gott (Shiva/Shakti) verehrt. Damals wie heute ist Tantra als trotzig-spirituelle
Anti-Moral - Religion jedoch eine Randerscheinung geblieben. Die tantrische Idee
ist: Gott wird durch Genuß erlangt und indem die göttliche Sexual - Energie (Kundalini)
entlang der Wirbelsäule nach oben gelenkt wird. Tantra bedeutet wörtlich „gut zur
Ausdehnung“ oder aber auch „schriftliche Abhandlung“.
- Um 1000 ist die Blütezeit des Vamacara Tantra, des linkshändigen tantrischen Weges
konkret praktizierter Sinnlichkeit und Sexualität. Insgesamt war die Blütezeit des
Tantra von 600 bis 1200, also ca. 600 Jahre lang. Danach ist das linkshändige Tantra
bis heute beinahe ausgestorben. Der sogenannte rechtshändige Weg (Dakshinacara Tantra)
war mehr philosophisch - asketisch ausgerichtet (dakshina = rechts, höflich, dezent;
vama = links, hart, unsauber).
- Zwischen 1100 und 1200 entstehen mit dem Kularnava Tantra und dem Mahacinacara Tantra
in der Sekte der Kaulas und Kulas die wichtigsten der rund 200 shivaitischen Tantras.
In deren Schriften finden sich die deutlichsten Beschreibungen der „unreinen“ Riten,
verbunden mit Drogen und geschlechtlicher Vereinigung im rituell - religiösen Rahmen.
- Um 1500 entsteht das Hatha Yoga Pradipika, eine eher asketische Yoga-Schrift, in
der die Befreiung durch Körperübungen und Atemtechniken gelehrt wird. Der Verfasser
dieser Schrift und damit der Urvater des Hatha Yoga ist Matsyendra.
- Im Jahre 1892 spricht der indische Yogi und Schüler von Ramakrishna, Vivekananda
auf dem Weltkongreß der Religionen in Chicago über die universelle Religion und leitet
damit erstmals ein größeres Interesse der westlichen Welt an indischer Philosophie
ein. Es ist der Beginn der Verbreitung der vier Yoga-Wege in den USA und danach auch
in Europa.
- Um das Jahr 1970 herum kommt die tantrische Philosophie über den indischen Guru Bhagwan
Shree Rajneesh (heute Osho) mit westlicher Psychologie verquickt durch seine Schülerin
Margo Anand in den Westen. Die französische Psychologin weckt durch Buchveröffentlichungen
und Kurse ein breiteres Interesse am sogenannten Neo-Tantra.
- Um 2000 ist das Neo-Tantra durch viele Bücher, Kurse und Lehrer weltweit im Begriff
eine ähnliche Verbreitung zu erreichen, wie 20 Jahre vorher das Yoga.
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Philosophie des Yoga und Tantra
Ziel des Lebens ist die endgültige Leidfreiheit (Moksha) bzw. ein andauernder Zustand
von innerer Freude (Satchidananda). Darin sind sich die meisten indischen Religionen
und auch die Yogis und Tantriker einig. Auch die Grundbetrachtungsweise der Welt
ist sowohl im Yoga wie im Tantra die gleiche. Beide Philosophien sagen: "Die Welt
ist Illusion und vergänglich. Wenn du dein Glück in etwas Vergänglichem suchst, so
wirst du unweigerlich enttäuscht werden und leiden, weil es dir keine dauerhafte
Zufriedenheit schenken kann. Einzig das Eintauchen ins ewige Sein (ins "Göttliche")
kann dir dauerhaften Frieden schenken."
Die Schlußfolgerungen aus dieser Grundlage
sind im Yoga und Tantra allerdings dann völlig verschieden. Während Yoga dich auffordert,
dich bewusst von der Welt abzuwenden, empfiehlt dir Tantra, die Welt bewusst zu durchleben
und hindurchzugehen.
Mit dieser Einstellung des Bejahens aller weltlichen Aspekte
des Lebens entwickelte sich Tantra als eine krasse Gegenkultur und Rebellion zu den
asketischen Formen des Yoga.
Das traditionelle Yoga enthält ein großes Regelwerk
von Verboten und Geboten, die insbesondere den Genuß und die Sexualität verneinen
und ablehnen, sowie hohe moralische Forderungen an die Lebensweise und das eigene
Verhalten stellen. Einen Yogi könnte man somit einen "Welt-Entsager" nennen.
Tantriker
werden dagegen oft auch als Bhogi, als "Welt-Esser oder Genießer" bezeichnet. Tantra
rebellierte gegen die bestehenden Regelwerke und setzte eine völlig neue Lebenseinstellung
dagegen: die Verehrung des Körpers, der Sinne, der Sexualität und des Genußes, sowie
die Ablehnung jeglicher Moral. Tantrische Philosophie könnte man daher als amoralisch
bezeichnen. Ein Tantriker ist nicht etwa unmoralisch. Er kümmert sich einfach nicht
um Moral, sondern ausschließlich um Bewusstheit.
Beide Wege bergen gewisse Herausforderungen.
Für den Yogi besteht die Gefahr, dass er nicht bewusst ablehnt und loslässt, sondern
stattdessen seine Sehnsüchte, Wünsche und Begierden einfach nur verdrängt. Für den
Tantriker dagegen besteht die Gefahr, dass er den Genuß nicht bewusst erlebt und
hindurchgeht, sondern sich in Ausschweifungen verliert und sich daran festhält. Deshalb
kann man sagen, dass Disziplin sowohl im Yoga wie auch im Tantra eine wichtige Rolle
spielt: Im Yoga die Disziplin der Selbstbeherrschung und im Tantra die Disziplin
des Sich-Hingebens.
In der untenstehende Tabelle findest du noch einmal die Grundaussagen
der beiden Philosophien direkt gegenübergestellt: